Sprichwort der Dakota-Indianer: “Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.”
Diese eher schlichte Vorgehensweise eines Naturvolkes haben wir auf der Grundlage eines unabweisbaren zivilisatorischen Fortschritts, dessen nächste Stufe zu erklimmen wir uns anschicken, längst überwunden: Wir verfolgen andere, erfolgversprechendere Strategien, um mit solchen Problemchen fertig zu werden.
Hier eine Auswahl:
Wir besorgen eine stärkere Peitsche
Wir wechseln den Reiter
Wir sagen: So haben wir das Pferd doch immer geritten
Wir machen eine Besprechung, um den Zustand des Pferdes zu analysieren
Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet
Wir erhöhen die Anspruchsvoraussetzungen für den Beritt toter Pferde
Wir machen eine Weiterbildung, um besser reiten zu lernen
Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an
Wir ändern die Kriterien, die besagen, wann ein Pferd tot ist
Wir holen Leute von außerhalb, um das tote Pferd zu reiten
Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen, damit sie schneller werden
Wir erklären: Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch antreiben könnte
Wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen
Wir erklären, dass unser Pferd “besser, schneller und billiger” tot ist
Wir bilden einen Ausschuss, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden
Wir überarbeiten die Leistungsbedingungen für tote Pferde
Wir befehlen Mehrarbeit und tragen das tote Pferd selbst
Wir strukturieren den Stall um
Wir verdoppeln die Futterration
Wir erklären, dass ein totes Pferd von Anfang an unser Ziel war
Wir befördern den Reiter
Wir leugnen, jemals ein Pferd besessen zu haben
Wir bleiben sitzen, bis das Pferd wieder aufsteht

5 comments
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30. Juni 2008 um 09:35
pinkpanther
Haha,
und dann komm ich und mach ein Leberkäs-Standl auf
Und mit dem Gewinn gründe ich eine Beraterfirma, die dafür sorgt, dass der Vorrat an toten Pferden nie ausgeht!
30. Juni 2008 um 14:43
CrippLeD SaM
Wenn du ein totes Pferd REITEST, dann ist das ein Zombie-Pferd!
(Untote Vampir-Pferde….. das habe ich schon einmal gelesen irgendwo, ich glaube das war so ein Schundheftl wie “Vampir-Romane”.)
oder, ein selbsterfundenes Palindrom:
“O RENTIER! REIT NERO!”
(kann man von hinten und von vorne lesen)
MFGCS
http………………………………….
(schaut eh keiner auf die Website)
—> Bitte Tibet kulturell und religiös autonom machen <—-
30. Juni 2008 um 15:32
Nik
Superanregung, tolles Bild, böse Ironie!
Kernaussage: Erkenne, wann die Zeit reif ist das System zu verlassen.
MfG, Nik
30. Juni 2008 um 16:06
pinkpanther
@CS: Mist, gerade jetzt wollt ich auf deine Seite klicken…
Bei Harry Potter gibt es Thestrale; ich weiß nicht, ob das tote oder untote oder sonstwelche Pferde sind, aber sie sind nur für den sichtbar, der bereits den Tod gesehen hat (jemandem beim Sterben zusah) und sehen wie schwarze Pferdegerippe mit Haut aus. Übrigens ein interessanter kleiner Regiefehler, der J.K.Rowling dabei passiert ist, weil Harry als Baby den Tod seiner Mutter miterlebte, aber trotzdem die Thestrale erst sehen kann, nachdem er seinen Freund Cedric Diggory im 4.Teil sterben sah. Vielleicht hat der den Tod seiner Mutter nicht “gesehen” oder nicht bewusst mitbekommen oder der damit verbundene besondere Zauber hat dazwischengefunkt…
Und dann habe ich einmal eine makabere Komödie gesehen, bei der sogar eine Frau einen toten Mann “reitet”, und – ohne seinen Zustand zu bemerken- sogar begeistert von seinem Durchhaltevermögen ist.
Also merke:
1. Man muss man über Leichen gehen, um tote Pferde nützen zu können
2. Wenn man nicht wirklich weiterkommen will, sondern nur an sich selbst denkt, ist ein leichenstarres Pferd mitunter besser als ein lebendes.
2. Juli 2008 um 21:06
CrippLed SaM
@pinkpanther:
Kannst ja nachhloen!
http://hanumanji.wordpress.com
MFGCS
—> Tibet usw <—-