Ich hab’ einmal einen Priester gefragt: Ich habe gelernt, dass Christus uns erlöst hat, nun wissen wir also, dass wir erlöst sind,….. nur, ich fühle mich nicht erlöst. Er: Hauptsache, dass du erlöst bist, ob du dich auch so fühlst, steht auf einem anderen Blatt.
Depressionen sind eine Wohlstandskrankheit. Es geht uns so gut, der Lebensstandard wurde so weit hinaufgetrieben, dass ihn kaum einer noch erreichen kann.
Haben wir wirklich einen Grund zu klagen? Wir haben genug zu essen, die Wohnungssituation ist besser denn je, allerdings gibt es auch immer mehr Privatkonkurse.
Was ist los mit uns? Können wir das Leben nicht mehr durch die rosarote Brille betrachten? Oder haben wir den Sinn verloren?
Wozu das alles?
Fragen über Fragen
meint
Christoph

12 comments
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Mai 4, 2008 um 11:38 Uhr nachmittags
billybones
najo dass wir trotz wohnung, genug zu essen, etc immer noch unglücklich sind heißt eig nur dass materielle dinge nicht glücklich machen …
wennst jeden tag beten musst dassd ned verhungerst, is es dir scheiß egal obst eine frau findest oder nicht, da is das essen wichtiger, wir haben alles, deswegen sind wir dann halt wegen anderen dingen unglücklich …
lg
Mai 5, 2008 um 1:30 Uhr nachmittags
pinkpanther
@billybones: das klingt aber so, als ob wir sowieso immer unglücklich bleiben müssen - egal wie “gut” es uns geht, wir finden immer was zum Jammern.
@zweitersein: “das Leben durch die rosarote Brille sehen”? also ein unechtes Glück, nur schöngefärbt? Das kanns auch nicht sein.
ich stelle eine anderer Frage in den Raum: woran merkst du, dass du glücklich bist?
Ehrlich geagt, ich hab keine Ahnung, wie sich das anfühlt, außer velleicht für eine kurze Zeit, das oft zitierte “Flow”-Erlebnis (das ist nichts Unanständiges! ;-)); ich bin nicht glücklich, aber auch nicht unglücklich.
Vielleicht haben wir aber immer nur ganz fest gelernt, dass Glück einem nicht geschenkt wird, dass es immer seinen Preis hat; kurz: es so einfach nicht sein darf.
Mai 5, 2008 um 9:37 Uhr nachmittags
Philip
Das ist wirklich schade, wenn man die Erlösung nicht spüren kann. So ist das nicht gedacht!
Mai 6, 2008 um 1:22 Uhr vormittags
BillyBones
@ pinkpanther
jo aber des is auch so: ich glaub in der fachliteratur nennt man das destruktive zufriedenheit, bild ich mir ein mal gehört zu haben … oder wie der chef das sagen würd: ein erfüllter wunsch kriegt augenblicklich junge …
abgesehen davon die hauptaussage war, dass materielle dinge nicht glücklich machen und dass mehr dazugehört …. einen sinn (des is es im prinzip, sag ich mal)
apropos: CHECK OUT NEW VIDS AND SONGS PERFORMED BY ME:
http://billybones.wordpress.com
(2 neue lieder die ich im zuge einer handyspiel entwicklung geschrieben hab, und ein kurzer eingespielter boogie)
lg
Mai 6, 2008 um 1:12 Uhr nachmittags
pinkpanther
naja, hoffentlich kriegt jeder erfüllte Wunsch immer Junge, aber hoffentlich nicht augenblicklich. Das Leben besteht aus Phasen, da darf schon einmal eine vorübergehende Zeit der wunschlosen Zufriedenheit dabei sein.
In einem Seminar habe ich von 7 “Lebensebenen” gehört, in der Literatur auch Bedürfnispyramide genannt. Es spielen viele Wünsche auf unterschiedlichen Ebenen zusammen, oft auch gegeneinander (”2 Seelen kämpfen, ach, in meiner Brust”), und je nach Situation in unterschiedlichen Prioritäten. Dieses Modell ist recht interessant, weil einige dieser Ebenen auch mit jeweils typischen Konfliktlösungsmustern verknüpft sind.
Problematisch wird es vermutlich, wenn diese Bedürfnisse nicht ausgewogen entsprechend ihren momentanen Prioritäten erfüllt werden.
Ein anderes, einfacheres Modell verwendet 4 “Lebensbereiche” (ohne spezielle Reihung!), um die man sich ausbalanciert kümmern muss, um glücklich zu sein:
- Gesundheit, Körper
- Beruf, Existenz
- Soziales Umfeld, Familie, Freunde, Beziehung
- Sinnfrage, Spiritualität
Soweit mein Kenntnissstand der Lehrbücher - in der Praxis sieht’s dann oft anders aus…
Mai 6, 2008 um 9:48 Uhr nachmittags
zweitersein
@philip
natürlich habe ich ein bisschen auf die eine Seite argumentiert, um Diskussionen herauszufordern.
Und natürlich gibt es bei mir neben den Tiefs auch Hochs.
Aber das ist eben die Einzigartigkeit jedes Menschen, dass jeder auch Eigenschaften hat, wie sie “eigentlich nicht gedacht waren”.
Mit anderen Worten: Ich lebe nicht nach dem Willen Gottes (so wie du ihn siehst) und sollte besser von allen gemieden werden, weil ich nur ein schlechtes Vorbild bin und die armen anderen schwachen Menschen, um die du dich rührend sorgst, “vom rechten Weg abbringen könnte”, eben, weil ich mich nicht daran halte, “wie es gedacht war”
Wer hat es sich so gedacht? War das der Bibelschriftsteller? Oder war das Gott persönlich (dessen Gedanken du ja ganz genau kennst)? Oder hast du es dir so gedacht und bist nun enttäuscht, dass ich nicht deinen Vorstellungen entspreche?
Gott hält uns auch, wenn wir es nicht wissen!
meint
Christoph
Mai 7, 2008 um 10:21 Uhr vormittags
pinkpanther
spontan fällt mir darauf ein: es ist mir wurscht, wie es von wem auch immer gedacht war….
Nach genauerem Nachdenken ist diese Spontanreation der Trotz, weil ich mich viel zu viel daran orientiert habe, wie sich ander mich gedacht haben.
Zitat aus “Even heaven cries” von Monrose:
“So you hide
What is real
Even when it hurts to pretend
To be the one that you think
Everybody wants you to be”
und
“It’s okay to doubt
Yourself sometimes
You don’t have to be afraid
Of what you fear inside
It’s alright it’s alright”
…
Mai 7, 2008 um 9:22 Uhr nachmittags
CrippLeD SaM
Ich glaube, der Spruch geht: jeder Wunsch kriegt Junge. Man muss sie gar nicht erfüllt haben.
@ Philip: Ich fühl mich eh erlöst.
MFG CrippLeD SaM
http://hanumanji.wordpress.com
—-> FREE TIBET! <—–
Mai 7, 2008 um 10:15 Uhr nachmittags
zweitersein
@philip
Hallo, ich wollte nicht ausfällig werden, aber ich bin auf dieses “es ist schade” irgendwie allergisch.
Das wird nämlich auch oft verwendet, um jemandem anderen das eigene Mitleid schwer auf die Seele zu drücken. Nach dem Motto: ich bin ja besser, aber du armer musst leider dieses Leid ertragen (wer weiss, ob du nicht in deinem früheren Leben Kinder gefressen hast und selber daran schuld bist).
Ich gehe aber mal davon aus, dass du’s nicht so gemeint hast und möchte mich hiemit in aller Form entschuldigen.
meint
Christoph
Mai 9, 2008 um 10:24 Uhr vormittags
pinkpanther
ein interessanter Trend, den ich in der Kommunikation über Jahre beobachte: immer, wenn wir neue “Sprachregeln” von der Psychologie lernen, hält das eine Weile an, und dann wird der neue Redestil wieder wie der alte verstanden.
Z.B: “keine Du-Botschaften”: mitllerweile trifft mich jemand mit “ich fühle mich verletzt” genauso wie früher mit “Schau, was DU gemacht hast”.
Wenn Sender und Empfänger nicht dieselbe Protokollversion sprechen, kommt es leicht zu Missverständnissen auf den nicht-sachlichen Ebenen…
Mitunter kann ein “Schade” fast so viel bedeuten wie früher ein “du armer Trottel”.
Mitunter ist mir ein ehrliches “Du Trottel” lieber, wenn es eben der andere gerade so empfindet. Dann weiß ich, dass ein “das hat nichts mit dir zu tun” oder eben ein “schade” auch auf allen Ebenen stimmt, wenn er/sie es sagt.
Mai 13, 2008 um 10:12 Uhr nachmittags
Philip
Hallo Christoph,
brauchst dich doch nicht entschuldigen. Aber ich bin schon überrascht, dass mein Kommentar so einen Wirbel verursacht.
“Es ist schade” heißt einfach, dass es schade ist. Oder darf man kein Mitleid empfinden, oder dieses Gefühl äussern? War ja ehrlich gemeint und tut mir leid, wenn es überheblich gewirkt hat.
Ich bin davon überzeugt, dass Gott uns die Erlösung auch spüren lassen will. Und wenn jemand dieses Gefühl nicht hat, dann ist das einfach “schade”. Ich weiß nicht, wie ich es sonst ausdrücken sollte. Wenn ich gemeint hätte, dass derjenige irgendwas falsch macht, dann hätte ich das geschrieben. Habe ich aber nicht.
Ich weiß ja auch nicht, warum sich manche Leute nicht erlöst fühlen. Ich würde es aber gerne ändern.
Grüße, Philip
Mai 29, 2008 um 3:02 Uhr nachmittags
pinkpanther
Jetzt ist mir etwas eingefallen zum Thema Glück - ein Spruch von mir (falls jemand anderer das auch schon formuliert hat, tuts mir leid; ich habs nirgendwo gelesen):
Das Schlimme sind nicht die Dinge, die du tun musst, obwohl du nicht willst, sondern die Dinge, die du nicht tust, obwohl du sie tun willst!