“Habt ihr schon gewusst, dass Papst Paul VI. verboten hat, kernlose Orangen zu essen?”
“…?”
“Ja, denn sie dienen nur der Lust und nicht der Fortpflanzung”
Findet der Papst beim Frühlingsputz hinterm Sofa eine Steintafel. Darauf ist das 11.Gebot “Du sollst Spass am Sex haben”
Warum hat die Kirche nur so ein verkorkstes Verhältnis zur Sexualität?
Oder analysiere ich hier ein Thema, das längst der Vergangenheit angehört, ist es heute schon anders (besser)?
Ich glaube, das liegt an einer Verwechslung der verschiedenen Arten von Liebe. Das Christentum hat hohe Ansprüche an die Liebe, denn Jesus - das Vorbild - hat sich für alle hingegeben am Kreuzesstamm. So sollen auch wir uns für unseren Nächsten (und Übernächsten) hingeben.
Aber gerade in der Sexualität wird deutlich sichtbar, dass wir uns zuerst einmal selbst lieben müssen, bevor wir andere lieben können. Wer nicht geniessen kann, wird ungeniessbar.
Wer im Zustand des Mangels lebts, weil seine Bedürfnisse konstant unbefriedigt bleiben, der wird auch niemandem anderen etwas geben können.
meint
Christoph

16 comments
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April 28, 2008 um 11:18 Uhr vormittags
pinkpanther
Drum heißt es ja “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst” und nicht selbstlos. Ob das “wie” jetzt vergleichend (genauso wie) oder aufzählend (sowie- als auch) gemeint ist, macht hier gar nicht so einen großen Unterschied.
Ich finde, dass dieses Thema zwei Dinge behandelt:
1. “Liebe dich selbst, damit du andere lieben kannst” (hier nicht auf Sexualität bezogen oder eingeschränkt) und
2. Verhältnis Kirche-Sexualität (das ist überhaupt ein Sonderthema… - ich persönlich meine, dass nach dem Verursacherprinzip die meisten Psychotherapien vom Kirchenbeitrag finanziert werden müssten). Letztlich kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das mit dem krampf- und m.E. auch krankhaften Zölibat zusammenhängt. Da hat irgendeiner vor langer Zeit irgendetwas falsch verstanden, und bis heute hängen die “Pharisäer” - im Sinne der Schriftgelehrten - sklavisch an diesen Buchstaben und leiden darunter, ohne es sich selbst einzugestehen.
April 29, 2008 um 11:10 Uhr nachmittags
zweitersein
@pinkpanther
Wie immer ist es masslos schwer, Dir zu widersprechen.
Und wenn man nicht widersprechen kann, ist die Sache halb so lustig.
Aber das mit dem Zölibat hat schon so seine Richtigkeit. Da merken die Frauen wenigstens, dass es auch ohne sie geht
P.S.: ich hab’ drei Bier intus
April 30, 2008 um 8:12 Uhr vormittags
pinkpanther
aber zu den drei Bier würde ganz im Gegenteil eher schwungvoll passen: “Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht”…
und wenn es maß-los schwer ist zu widersprechen, dann wärst halt nach München auf eine Maß Bier gefahren
April 30, 2008 um 10:20 Uhr vormittags
CrippLeD SaM
Sollen Priester heiraten?
-Ja, wenn sie einander lieben…..
MFGCS
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April 30, 2008 um 10:24 Uhr vormittags
CrippLeD SaM
@ pinkpanther:
“Liebe deinen Nächsten wie dich selbst”….. Ich habe immer schon gewusst, wie man diesen Satz zu deuten hat. Hehehe.
@zweitersein:
Ich glaube, das Problem “Sexualität + Kirche” beginnt schon im Priesterseminar - (und sonst nirgendwo.)
MFGCS
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April 30, 2008 um 1:54 Uhr nachmittags
Kardinal Novize Igor
@Crippled SaM: Und dorthin willst du die Leut hinschicken… Na seavas!
http://www.novizeigor.wordpress.com
April 30, 2008 um 4:12 Uhr nachmittags
CrippLeD SaM
@ K Novize Igor:
Im Priesterseminar haben die SICHERLICH einen Keller!
MFGCS
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April 30, 2008 um 10:46 Uhr nachmittags
Philip
Vielleicht, weil sie zuwenig in die Bibel schaut?
(Ja, ich weiß … immer diese Protestanten …
Mai 1, 2008 um 9:02 Uhr nachmittags
zweitersein
Nur einige Zeilen später schreibt Paulus dann: Ich wünschte aber, Ihr wäret ohne Sorgen. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt.
etc.
Kann man natürlich anzweifeln, und Paulus war ja auch ein einzigartiger Mensch, dessen Ansichten nicht jeder teilen wird.
Mai 2, 2008 um 2:19 Uhr nachmittags
Philip
Also ich halte Ehelosigkeit ja auch nicht prinzipiell für etwa schlechtes. Aber er schreibt ja deutlich, dass man der Typ dazu sein muss, bzw. dass man von Gott die Gabe dazu haben muss. Deshalb finde ich das einfach schlecht, wenn alle Priester ehelos sein MÜSSEN.
Zumal Petrus, der als erster Papst bezeichnet wird, ja auch verheiratet war.
Aber das Thema war ja “Spaß am Sex”.
Dass eine hohe Promiskuität nicht gut ist, ist irgendwie klar. Das sieht man ja heutzutage. Viele Abtreibungen, Kinder, die ohne Vater aufwachsen und Kinder, die sowieso niemand haben will … usw. Da denken viele in unserer Gesellschaft zu egoistisch und beachten nicht die Konsequenzen.
Aber innerhalb der Ehe sollte man sich - denke ich - schon ausleben. Kondomverbot, Aufruf zur Enthaltsamkeit in der Ehe und solche Sachen halte ich irgendwie für kontraproduktiv. Es soll doch niemand von “Begierde verzehrt werden”, wie Paulus es schreibt.
Mai 2, 2008 um 2:58 Uhr nachmittags
PinkPanther
Jetzt bewusst ein provokativer Beitrag von mir: es ist wie beim Militär: Menschen mit unerfüllten Bedürfnissen (speziell triebbedingte) sind leichter manipulierbar. Wenn man an den Machteinfluss der Kirche in den vergangenen Jahrhunderten denkt, ist es doch ganz “praktisch”, wenn das einfache - kontrollierte - Volk und die Untergebenen (Priester) nicht zu glücklich leben dürfen, und da helfen ein paar Anweisungen, die einem den Spaß am Sex mindern, enorm.

Vielleicht ging es da im Wesentlichen um Machtausübung, Politik, Geld und Kontrolle und überhaupt nicht um Glauben.
Aber heutzutage, wo ich zumindest nicht mehr so eine direkte Machtausübung des höheren Klerus wahrnehme, ist der Karren schon so eingefahren, dass man nur schwer die Richtung wechseln kann, ohne das Gesicht zu verlieren. Da traut sich bis jetzt eben kein Papst drüber. Vielleicht wäre es wirklich am besten, wenn er hinter dem Sofa die Steintafel mit dem 13. Gebot finden würde (das 11. ist ja schon: “du sollst dich nicht täuschen”, und das 12.: “du sollst dich nicht erwischen lassen”
Mai 5, 2008 um 3:27 Uhr nachmittags
Nik
@PP: Und das 13.Gebot ist: “Du sollst dir nix antun”, oder?
“Es geht” immer um Systemerhaltung.
@Philip: Keine Angst, in der Ehe wird eh keiner “von Begierde verzehrt”…
Mai 7, 2008 um 9:27 Uhr nachmittags
CrippLeD SaM
@ Nik: Hahahahaah!!!!
Der war GUT!
MFGCS
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Mai 18, 2008 um 3:10 Uhr nachmittags
zweitersein
@Nik
Jaaaaaa, das ist das Prinzip Hoffnung. Man erwartet sich immer von dem, was man (noch) nicht hat, dass es dann besser wird. Der Ehelose glaubt an die Liebe und der Verheiratete glaubt, dass nach der Scheidung alles besser wird
P.S.: aber in Wirklichkeit sollten wir lernen, das Leben fröhlich zu nehmen und auf einen schönen Tod zu hoffen.
meint
Christoph
Mai 18, 2008 um 3:25 Uhr nachmittags
PinkPanther
und noch mein ganz tiefer Senf dazu: nein, der Ehelose glaubt nicht unbedingt an die Liebe, aber die Natur sorgt durch Hormonausschüttungen dafür, dass wir nicht aussterben
Und nach Abschluss der notwendigsten Brutpflege stellen sich die Hormone wieder um…
Aber ja unbedingt: wir sollten das Leben fröhlich nehmen!!!
Mai 18, 2008 um 4:04 Uhr nachmittags
PinkPanther
und noch was: Ehe aus Liebe ist ja noch nicht so alt oder selbstverständlich. Also das sind in der Praxis oft zwei verschiedene Dinge (z.:B Heirat aus wirtschaflicher Notwendigkeit/Günstigkeit).
Und der Verheiratete, der dei Scheidung will, glaubt wahrscheinlich auch noch an die Liebe, sonst könnte er ja bleiben, wo er ist.
A propos: ich habe am Wochenende den Film “Love Vegas” gesehen, also ich bin vor Lachen gelegen. Da geht es höchst amüsant um Ehe und Scheidung (aber mit dem unrealistischen Hintergrund eines geknackten Jackpots im Kasino)