Die Privatwirtschaft wird mancherorts (z.B. hier ) scharf kritisiert. Aber hat’s der Staat nicht leichter? Die Mitbürger laufen ihm nicht so schnell davon, wenn er die Steuern erhöht (um den Staatsdienst zu finanzieren), aber der Privatwirtschaft laufen die Kunden davon, wenn ein Produkt nicht das günstigste ist.
Und ist ein Unternehmer nicht eingespannt in ein Netz von Interessen - Mitarbeiterinteressen, Kundeninteressen, Interessen der Eigentümer (Aktionäre), öffentliche Interessen, etc. - wo er immer versuchen muss, den bestmöglichen Kompromiss zu finden, so dass er nicht von allen geschlagen wird, sondern nur von einigen? Eigentlich bezieht ein Unternehmer kein Einkommen, sondern ein Schmerzensgeld.
Sind also die Aktionäre mit ihrer Gier nach Geld schuld an der Misere der heutigen Zeit?
Aktionäre sind doch auch nur arme Menschen, die nicht genügend Phantasie haben, mit ihrem Geld ein eigenes Unternehmen zu gründen.
Aber jeder hat halt so seine Feindbilder. “An mir liegts nicht” und “Er ist schuld”, sind ja wohl die beiden wichtigsten Leitgedanken der heutigen Zeit.
Wir machen uns oft ein quasi-schlechtes Gewissen wegen Unwesentlichem (jetzt habe ich schon wieder zwei Kilo zu viel), wir haben Angst, nackte Angst, “nicht zu entsprechen”, aber die wirklich grossen Unterlassungen, die Lieblosigkeiten, die lassen uns kalt.
Es könnte anfangen mit einem Staunen. Ein Blick in den Sternenhimmel (den man leider in den hell beleuchteten Städten gar nicht mehr so gut sieht), um zu erkennen, wie klein man eigentlich ist. Und ein Betrachten der grossen Kathedralen oder eines Kunstwerkes um zu erkennen, wie gross wir eigentlich sein könnten.
meint
Christoph

7 comments
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April 7, 2008 um 8:43 Uhr nachmittags
CrippLeD SaM
Der Neueste, von einem Schüler aus der 4B:
Was Macht ein Österreicher, nachdem er im Fußball gewonnen hat?
-Er dreht die Playstation ab.
MFGCS
http://hanumanji.wordpress.com
–> FREE TIBET! <—
April 14, 2008 um 1:53 Uhr nachmittags
Kardinal Novize Igor
Falsch!
Aktionäre sind Menschen, die nicht genug Geld haben, um eine Firma zu gründen. Ausserdem: Was hat Unternehmensgründung überhaupt mit Phantasie zu tun? Du wirst denen diesen Innovations-Gack doch nicht abnehmen wollen?!
Haben wir den erstersein also bei einer marktwirtschaftlich manipulierten Überheblichkeit entdeckt….Macht nichts! Wir vergeben Dir!
April 14, 2008 um 9:20 Uhr nachmittags
zweitersein
@Kardinal Novize Igor
Nöö, ich bin der beste Beweis dafür, dass es auch Menschen gibt, die marktwirtschaftlich betrachtet die puren Looser sind, aber trotzdem irgendwie leben können.
Ich mag nur keine Feindbilder und letzten Endes ist “die Marktwirtschaft” für den einen oder anderen ein pures Feindbild.
Interessant wäre eine Diskussion, wieweit die freie Marktwirtschaft (Leistung, Konkurrenz, Erfolg) sich mit dem Christentum verträgt (Barmherzigkeit, Solidarität, “Erfolg ist keiner der Namen Gottes”, um nur ein paar Schlagwörter zu nennen.)
meint
Christoph
April 16, 2008 um 9:27 Uhr vormittags
pinkpanther
Das ist wirklich eine interessante Frage, wenn man bedenkt, dass für lange Zeit gerade die “Unternehmerpartei” auch die offizielle christliche war (oder noch ist?) und es sich für Christen lange Zeit nicht schickte, “sozial”istisch zu wählen…
Eine weitere Frage ist, ob “Leistung, Konkurrenz, Erfolg” wirklich Grundprinzipien der Marktwirtschaft sind oder eher (”unchristliche”
Folgen derselben. Meinem Verständnis nach definiert sich das Wesen der Marktwirtschaft durch “Angebot und Nachfrage” als Gegenpol zur Planwirtschaft.
Als Christ kann ich durchaus mit der Marktwirtschaft leben; es ist halt eine Frage, wofür ich denn durch mein Konsumverhalten “Nachfrage” generiere und zu welchem “Angebot” ich selbst durch meine Lebensweise beitrage.
April 16, 2008 um 1:13 Uhr nachmittags
Kardinal Novize Igor
Um eines klarzustellen: Ich bin gar nicht gegen die freie Marktwirtschaft, solange diese um die (eh klar) sozialen Komponenten unterstützt bzw. beschnitten wird. Soll heißen: Marktwirtschaft macht IM DURCHSCHNITT Leute reich, IM EINZELBEISPIEL aber viele sehr arm, andere wenige extrem reich. Es geht um das richtige Kanalisieren! Den (Steinzeit-)Liberalisten werfe ich vor, alles, was nicht mit Angebot und Nachfrage zu tun hat, aus der Welt verbannen zu wollen, inklusive moralischer, ästhetischer, religiöser, sozialer, usw., Dispositionen. Der Liberalismus ist, wie der Nationalsozialismus oder der Maoismus oder der Stalinismus, eine totalitäre Ideologie. die die Sicht des Weltgefüges verstümmeln will zum Geld- oder nicht-Geld- Schwarzweiss. Bin ich reich, bin ich gut hab Erfolg hab ich Gott, bin ich arm, kann ich verrecken. Die Diktatur spielt hier nicht direkt herein, wo aber die Devise lautet, dass Amoral um des Geldes willen höher zu werten ist als Moral, und folglich auch der Reiche mit dem Geld tun kann, was er will, zum Beispiel auch Arme unterdrücken mittels Privatarmeen, siehe multinationale Konzerne in der dritten Welt, dort ist der neue GRÖFAZ nicht mehr fern!
Und dann werden Sie wieder alle sagen, “Das hat man doch nicht wissen können!”, diese neoliberalen Schleim-Gel *rschw*chser!
April 16, 2008 um 10:28 Uhr nachmittags
zweitersein
Na es schaut tatsächlich so aus, als könnten wir noch auf einen Nenner kommen.
Ja ja: These -> Antithese -> Synthese
meint
Christoph
April 17, 2008 um 2:00 Uhr nachmittags
Kardinal Novize Igor
Und wo ist der Karlheinzi Grasser heute? Also zuerst mit der Keule (siehe Steinzeit) wie wild um sich schlagen, alles verkaufen, was nicht ihm gehört (siehe Liberalismus), irgendwas von Leistungsgesellschaft säuseln, (wo doch jeder weiß, wie weit er gekommen wäre, hätte ihm die blaue Mama nicht den Popo mit schneeweißem Pulver gepudert) dann beleidigt abhauen, wenn seine Hirngespinste -na no na ned- versagen, sich eine dümmsten und reichsten Frauen Österreichs aufzwicken und als Gigolo aushalten lassen.
Jetzt neu mit langen pseudo-Hippie-Haaren! Er ist ja sooo was von Aussteiger!
Freilich auf Kosten anderer, versteht sich! Leistungsgesellschaft! Das bedeutet, ich kann mir was leisten weil ein Spezl oder der Papa oder sonst irgendwer das Geld dafür aufbringt! Samma froh!