Die Privatwirtschaft wird mancherorts (z.B. hier ) scharf kritisiert. Aber hat’s der Staat nicht leichter? Die Mitbürger laufen ihm nicht so schnell davon, wenn er die Steuern erhöht (um den Staatsdienst zu finanzieren), aber der Privatwirtschaft laufen die Kunden davon, wenn ein Produkt nicht das günstigste ist.

Und ist ein Unternehmer nicht eingespannt in ein Netz von Interessen - Mitarbeiterinteressen, Kundeninteressen, Interessen der Eigentümer (Aktionäre), öffentliche Interessen, etc. - wo er immer versuchen muss, den bestmöglichen Kompromiss zu finden, so dass er nicht von allen geschlagen wird, sondern nur von einigen? Eigentlich bezieht ein Unternehmer kein Einkommen, sondern ein Schmerzensgeld.

Sind also die Aktionäre mit ihrer Gier nach Geld schuld an der Misere der heutigen Zeit?

Aktionäre sind doch auch nur arme Menschen, die nicht genügend Phantasie haben, mit ihrem Geld ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Aber jeder hat halt so seine Feindbilder. “An mir liegts nicht” und “Er ist schuld”, sind ja wohl die beiden wichtigsten Leitgedanken der heutigen Zeit.

Wir machen uns oft ein quasi-schlechtes Gewissen wegen Unwesentlichem (jetzt habe ich schon wieder zwei Kilo zu viel), wir haben Angst, nackte Angst, “nicht zu entsprechen”, aber die wirklich grossen Unterlassungen, die Lieblosigkeiten, die lassen uns kalt.

Es könnte anfangen mit einem Staunen. Ein Blick in den Sternenhimmel (den man leider in den hell beleuchteten Städten gar nicht mehr so gut sieht), um zu erkennen, wie klein man eigentlich ist. Und ein Betrachten der grossen Kathedralen oder eines Kunstwerkes um zu erkennen, wie gross wir eigentlich sein könnten.

meint
Christoph